Bundestrojaner – Aktenzeichen Onlinedurchsuchung ungelöst

Derzeit ist der sogenannte Bundestrojaner schwer im Gespräch. Nicht nur wegen politischer Diskussionen, seit kurzem auch wegen einiger Mails über Onlinedurchsuchungen. Die Mails schlugen mit diversen Titeln wie „Aktenzeichen [31063978]“ oder „Bericht-[18419594] Onlinedurchsuchung“ in den Postfächern verblüffter Bürger auf und dürften manchem einen gehörigen Schrecken eingejagt haben. Von illegalem Download und Strafanzeige war die Rede. Im Anhang sei dann das entsprechende Protokoll der Onlinedurchsuchung zu finden.

Sehr geehrter Internetnutzer,

im Rahmen unserer ständigen automatisierten Überprüfung von sogenannten Tauschbörsen im Internet, wurde folgende IP-Adresse auf unserem System ermittelt.

IP: 81.103.161.184

Der Inhalt Ihres Rechners wurde als Beweismittel mittels den neuen Bundestrojaner sichergestellt. Es wird umgehend Anzeige gegen Sie erstatten, da sich illegale Software, Filme und/oder Musikdateien auf Ihren System befinden. Durch die Nutzung sogenannter Tauschbörsen, stellen Sie diese auch anderen Nutzern zu Verfügung und verstoßen somit gegen §§ 249ff StGB.

Das vollständige Protokoll Ihrer Online-Durchsuchung finden Sie im Anhang dieser Email. Die Strafanzeige und die Möglichkeit zur Stellungnahme wird Ihnen in den nächsten Tagen schriftlich zugestellt.

Herbert Klein, Kriminaldirektor
LKA Rheinland-Pfalz Am Sportfeld 9c
55124 Mainz Tel.: 06131 – 970738
Fax: 06131 – 970731
Mobil: 0171 – 7504699
Mail: [email protected]

Auch ich habe mich sofort ertappt gefühlt, alle illegalen Inhalte von meinem Rechner gelöscht und Selbstanzeige erstattet. Leider liess sich das im Zip-File befindliche Protokoll Aktenzeichen.exe nicht öffnen, ich musste erst meinen Virenchecker deaktivieren um die Ausführung starten zu können. Groß war dann meine Enttäuschung, als ich danach immer noch kein Protokoll entdecken konnte. Aus Sicherheitsgründen habe ich meine Selbstanzeige noch etwas ausgeweitet und alle Delikte der vergangenen drei Jahre aufgelistet.

Schade, eigentlich wollte ich nur so viel zugeben, wie im Protokoll der Onlinedurchsuchung mitgeschnitten wurde. Ich hatte aber noch Glück im Unglück, ich schaffte es gerade noch meine Anzeige am PC zu erstellen und auszudrucken, dann funktionierte nämlich plötzlich mein Windows nicht mehr. Puh, dann hätte ich auch noch alles per Hand schreiben dürfen. Mir haben die 15 DinA4 Seiten schon so gereicht, bei Handarbeit wäre ich bestimmt abgedreht. Apropos abgedreht, irgendwie tut gerade mein Telefon nicht mehr …

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Wer bis hier her noch nicht gemerkt hat, was es mit dem vermeintlichen Bundestrojaner auf sich hat, dem rate ich jetzt still und leise den Computer herunter zu fahren und für lange Zeit auch aus zu lassen. Einen anderen Schutz gibt es nämlich nicht für Sie/Ihn. Höchstens, wenn der Bundestrojaner auch nicht tut.

6 Gedanken zu „Bundestrojaner – Aktenzeichen Onlinedurchsuchung ungelöst“

  1. Bundeskriminalamt, Bundestrojaner zum Teil schaffen sie es bis in die Schweiz, wir hatten schon mails vom FBI, da ging uns der arsch aber auf grundeis, mir sit schleierhaft was solche aktionen sollen und von wem sie gestartet werden, die kommen immer in wellen.
    gruss marcel

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  2. hatte heute auch so eine Mail, bin erstmal ins Grübeln gekommen was der Mist soll, zum Glück war in dem Zip File kein .txt oder .doc o.ä. sondern besagte .exe und sowas landet sofort im Papierkorb und wie ich hier lese war das auch richtig so.

    Gruß Katze

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  3. Schon immer wieder lustig, was die sich alles so einfallen lassen.

    Aber anscheinend müssen da wohl viele doch noch drauf anspringen. Wenn es sich nicht lohnen würde, würden sie sich die Mühe ersparen, oder?

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  4. ich hab auch 2 solcher Mails bekommen und war auch zuerst erschrocken…hab dann aber im netz geschaut und gesehen das ich nicht die einzigste bin die solche mails erhalten hat…

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  5. Ich empfehle jedem ganz klar, auch in Anbetracht der Hartnäckigkeit der Bundesregierung, auf ein Alternatives OS umzusteigen! Windows-Systeme sind grundsätzlich sehr Anfällig für Viren & Trojaner. Trotz Firewall, Virenscanner, S&D finde ich immer wieder auf meiner W2KP Partition unmengen an Schädlingen.
    Ich nutze daher für die meisten Onlineanwendungen und für das Lesen von E-Mails nur noch openSuSE 10.2
    Dies soll nun keine Werbung für openSuSE sein, aber ihr könnt euch ja ein Linux unter den vielen Hundert Varianten aussuchen.

    Desweiteren empfehle ich den OperaTOR-Browser, der die wahre IP-Adresse verschleiert.

    P.S.: Noch als Schlusswort, wenn Ihr mal wieder so eine Mail bekommt, checkt doch mal eure eigene IP. Das geht relativ einfach und zügig, z.Bsp. mit http://wieistmeineip.de
    Danach stellt sich meistens herraus, das die in der Mail angegebene IP garnicht von euch sein kann.

    MfG der TUX

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