Shop-Betrug mal andersrum

Schöner Beitrag von Oliver über den tagtäglich stattfindenen Betrug von Online-Shoppern. Allerorten hört und liest man Meldungen, wie gefährlich es doch sei, Dienstleistungen oder Waren über das Internet zu bestellen bzw zu kaufen. Überall lauern die Betrüger, Abzocker und Bösewichter.

Um so schöner wenn endlich mal jemand erklärt, dass viel öfter das Opfer hinter dem Monitor zu finden ist und der Täter davor sitzt. Der tägliche Shopping-Wahnsinn läuft andersrum. Der Shop-Besitzer wird betrogen, die Kunden sind die Bösewichter.

In Zeiten von Preisvergleichen, Meinungsbörsen und Internet-Foren hat der Shop die schlechtere Position. Wer mit einem Shop längere Zeit im Web aktiv ist, hinterlässt Spuren auf den verschiedensten Plattformen. Wer betrügt, fliegt auf. Nicht sofort, aber auf Dauer läßt sich kein betrügerisches Geschäft im Web unkommentiert betreiben, irgendwo werden Kunden ihren Unmut Kund tun und Suchmaschinen wie Google und Co. es ans Tageslicht bringen.

Umgekehrt hat es der Shop-Betreiber um ein Vielfaches schwerer. Während die Spuren im Netz seine Reputation auf- oder abbauen und den Kunden die Möglichkeit zur Gefahreneindämmung bieten, kann er über den Kunden nur in den seltensten Fällen etwas erfahren. Eigentlich witzig, dass dieser sehr viel häufiger auftretende Fall von Shop-Betrug in den Medien immer zu kurz kommt. Man traut sich nicht so recht seinen Lesern, Hörern und Zuschauern ins Gesicht zu sagen, dass die wahren Shop-Betrüger eigentlich auf der anderen Seite der Leitungen sitzen.

Schämt euch ;-)

Update: Noch eine weitere große Gefahr für Shop-Betreiber etc muss hier erwähnt werden – der betrügerische Abmahner. Wenn ich mich umhöre, für was für einen Firlefanz Shop-Betreiber oder Ebay-Seller derzeit abgemahnt werden, dann schüttelt es mich!

3 Gedanken zu “Shop-Betrug mal andersrum”

  1. Genau diese Problematik hält mich seit längerem davon ab, mit meinem Online Shop komplett online zu gehen. Ich habe dies nun so gestaltet, dass ich den Shop durch ein Login geschützt habe und nur begrenzt an meiner FH dafür werbe. Weiterhin gibt es nur die Möglichkeit, per Vorkasse oder Bar bei Abholung zu zahlen. Ein weiterer Schutz ist, dass ich Kunden bei einer Erstbestellung immer vorher telefonisch kontaktiere. So bleibt einem neben der Gefahr der Abmahner nur ein relativ kleines Restrisiko. Der Nachteil ist allerdings, dass man sich so erst einen Kundenstamm langsam – vor allem durch Empfehlungen forciert – aufbauen muss.

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