Der Erpresser hat zugeschlagen

Heute morgen lag ein extrem verdächtiges Erpresserschreiben in meinem Postkasten. Absender war nicht der Hexer, auch nicht der Zinker und erst recht nicht der Würger, nein – es war “Der Erpresser”.

erpresser.gif

Nachdem ich mich vom ersten Schock erholt hatte, riegelte ich erst mal das ganze Haus ab. Zum Glück war Die Tür mit den sieben Schlössern noch intakt, ich hatte gerade alle 7 Schlösser zu, da klopfte Der schwarze Abt an Das Verrätertor. Auch er gehörte bestimmt zur Bande des Schreckens, allein schon wegen seiner schrägen Visage, die mich an Den Frosch mit der Maske erinnerte. Erst jetzt, wo ich mich sicher fühlte, las ich den Rest des Briefes:

der-erpresser.gif

Da hatten wir den Salat. Früher wurde man noch anständig erpresst, mit zusammengeschnipselten Buchstaben aus der Tageszeitung und Geldübergabe im schwarzen Aktenkoffer an dunklen Orten, heute schnipselt der Erpresser mit Photoshop und Word seinen Brief zusammen und wickelt den Rest mit Erpressercode online ab. Wie ernüchternd. Auch die Detektiv-Arbeit nach altem Muster ist out. Statt nach Fingerabdrücken auf dem Papier muss man heute nach forensischen Spuren Ausschau halten, statt Lupe und Fernglas genügt heute eine Google Suche, um dem Online Erpresser auf die Spur zu kommen.

Ok, in diesem Fall war es noch einfacher. Der Erpresser war Deutscher und kam seiner Impressumspflicht nach, nicht einmal verwunderlich, wenn man die vielen Abmahnfälle für fehlerhafte Impressen bei DE-Domains bedenkt :-) Hinter dem Erpresserbrief steckte der unheimliche Mönch mit der Peitsche Monti-Man. Dem war aufgefallen, dass ich noch nicht für seinen Shop www.designdot.de werbe und mir damit im Moment Provisionen von bis zu 15% und mehr entgehen! Ich Depp.

Leider wird sich an der Situation in Zukunft nichts ändern, da ich mich aus Prinzip nicht erpressen lasse. Muss ich sehen wie ich ohne die tollen Provisionen über die Runden komme :)

PS: Im Prinzip eine sehr witzige Idee, bis auf 5 Herzinfarkte und andere Blessuren dürfte es kaum Opfer gegeben haben. Scherz bei Seite, nach dem gelungenen Auftakt hätte ich mir eine etwas witzigere Auflösung gewünscht. Aber man kann ja nicht alles haben. Zudem ist die Erpresserseite ja zukunftsträchtig, beim nächsten Mal droht vielleicht schon bei Nichtzahlung der Index-Rausschmiss. Zahlung per Paypal im Monatsabo erwünscht ;-)

18 Gedanken zu “Der Erpresser hat zugeschlagen”

  1. “Früher wurde man noch anständig erpresst, mit zusammengeschnipselten Buchstaben aus der Tageszeitung und Geldübergabe im schwarzen Aktenkoffer an dunklen Orten,”
    Da spricht wohl jemand aus Erfahrung …

  2. Pingback: Der Erpresser
  3. Auch bekommen :) dann brauch ich den Artikel ja nicht mehr schreiben :) Vielleicht nur kurz nen Kommentar :D

    Komische, lustige Werbeform. Ich mein mir macht es nix, aber wenn sowas nicht auch mal nach hinten losgehen kann.

  4. Dass es sich um einen Fake handelt, war durchaus naheliegend. Aber da ich immer wieder mal mit einem richtigen Abmahnfall zu kämpfen habe und gestern eh die Kacke am Dampfen war, fand ich die Idee nicht ganz so lustig, als das Schreiben eintraf. Ein Impressum fand ich auch nicht auf der Seite. Also wirklich seo666 eingeben und vielleicht einen Trojaner kassieren? Erstmal um die Seite rumgeschlichen, ein paar Tricks ausprobiert und dann eingeloggt.
    Wenn ich den Monti nicht kennen und mögen würde, ich hätte ihn gestern glatt erschießen können…

  5. Danke für den netten Brief, durch die Selbstzerstörungsfunktion funktioniert nun wieder mein Server, welcher mit Holzspännen biologisch betrieben wird.

    Kritik: Brief gut, aber die Seite hätte man ein wenig besser machen können

    mfg

  6. Ich hab’ den Brief auch bekommen und war erstmal erschrocken!^^
    Die Zeit darüber zu bloggen war mir irgendwie zu schade; irgendwie mag ich diese Aufmerksamkeit schindenden Guerilla Marketing Aktionen nicht.
    Das erinnert mich irgendwie an schreiende Kinder die nach Aufmerksamkeit Ihrer Eltern schreien! :D Ansonsten hast Du das aber nett beschrieben! ;)

Schreibe einen Kommentar